unsere Geschichte

Geschichte (von Sandro Mugglin)

Am 1. Juli 1966, zog mein Grossvater, Albin Mühle, mit seiner Familie von Riet-Neftenbach nach Hettlingen in ein altes Bauernhaus und gründete eine eigene Transportfirma.

Der Start war eher bescheiden. Zwei Mann, zwei Kipper-Fahrzeuge, das Telefon in der guten Stube. Dies alles erklärt, dass der „Chef-Sessel“ hauptsächlich der Fahrersitz des Lastwagens war.

Man transportierte alles was zu transportieren war, denn niemand hatte auf diesen Neuling gewartet.

Die harte Arbeit trug bald schon Früchte und bereits im Februar 1967 konnte der erste „nigel-nagel-neue“ Lastwagen gekauft und in Betrieb genommen werden. Um eine optimale Dienstleistungsbereitschaft zu garantieren, wurden sämtliche Lastwagen bereits im Jahre 1968 mit Funkanlagen ausgerüstet.

Ein wesentlicher Erfolg konnte im Jahr 1970 verzeichnet werden. Der Zweckverband der Kehricht-Organisation Winterthur wählte die junge Firma, „Albin Mühle“, für den Kehrichtsammeldienst in ihrem Einzugsgebiet. Und nur ein Jahr später kam zusätzlich die Kehricht-Organisation Andelfingen mit dem selben Auftrag dazu.

Auch die Fertigbeton AG Winterthur wurde auf das strebsame Transportgeschäft aufmerksam und beauftragte die Firma, im Unterakkord Beton vom Betonwerk zu den Baustellen zu transportieren. Diese jahrzehntelange Partnerschaft ermöglichte meinem Grossvater, nach der Verlegung des Betonwerkes, das ehemalige Werkareal der Fertigbeton AG, im Industriegebiet von Neftenbach, zu erwerben.

In der Folge wurde der Fuhrpark sukzessive erweitert und die Liegenschaft in Hettlingen platzte aus allen Nähten.

Mein Grossvater entschloss sich, auf dem erworbenen Werkareal in Neftenbach ein neues Geschäftshaus mit grosser Einstellhalle zu bauen.

25 Jahre nach der Gründung bestand der Fahrzeugpark aus stattlichen 17 Fahrzeugen, 20 Mitarbeiter und einem Jahresumsatz von 3 Millionen. Das Vierteljahrhundert Bestehen der Firma wurde mit dem Einzug ins neue Areal in Neftenbach gebührend gefeiert.

Dieser steile Aufstieg war natürlich nur möglich durch die tatkräftige Unterstützung der ganzen Familie. Meine Grossmutter hat in all den Jahren für die ganze Familie sowie den Betrieb gesorgt und immer Bescheiden im Hintergrund zum rechten gesehen.

Aber auch die zu diesem Zeitpunkt bereits erwachsenen Kinder, mein Onkel Peter, meine Tante Albina und meine Mutter Gabi mussten früh ihren Beitrag im hektischen Familien-Betrieb leisten. Sei es am Lenkrad, im Büro oder hinten auf dem Kehrichtwagen.

Die Jubiläumsfeier und der Umzug war gleichzeitig auch ein Generationenwechsel. Mein Onkel, Peter Mühle übernahm den Transportbetrieb.

Mein Grossvater gab ihm folgenden Leitsatz mit auf den Weg:

„Du muesch d’Sach näh, so wie’s chunnt – aber du muesch defür sorge, dass d’Sach so chund wie sie du möchtisch.“

Eine neue Ära begann. Peter Mühle führte fortan den Transportbetrieb und mein Grossvater stand ihm im Hintergrund mit Rat und Tat zur Seite.

Fünfzehn Monate nach der Jubiläumsfeier und der Übernahme erkrankte mein Grossvater unheilbar an Krebs und im Mai 1994 erlag er der schweren Krankheit. Nach seinem Tod übernahm Peter Mühle zusätzlich die neue Liegenschaft in Neftenbach, welche eine hohe Hypothekarschuld trug. Zusammen mit dem Transportgeschäft war dies eine enorme finanzielle Belastung und ein grosses Risiko.

1995 wurde die Firma vom Selbstunternehmer zu einer nicht Börsenabhängigen AG.

Man suchte eine breitere Kundschaft, denn das Risiko war zu gross, sich nur auf die Vertragsarbeiten der beiden Zweckverbände zu verlassen.

Das Transportunternehmen wuchs linear zur Wirtschaft. Es kam ein Materialumschlagplatz ohne Strukturierung dazu.

Mit der Zeit kamen immer mehr drastische Umweltgesetze und die Umsetzungen für den Transportbetrieb wurden immer schwieriger. Dadurch durfte der Materialumschlagplatz, so wie er war, nicht mehr weitergeführt werden.

Eine neue Lösung musste gefunden werden und mit dem Bau einer neuen strukturierten Recyclinghalle (RC Hard) und dazugehörendem Umschlagplatz, waren die gesetzlichen Vorschriften erfüllt.

Nun war die „Albin Mühle, Transport AG“ kein reines Transportunternehmen mehr, sondern auch Aufbereiter und Recycler und stieg so in den Handel von
Bauabfällen ein. Damit diese Infrastruktur funktioniert sind drei Schreder sowie fünf Baumaschinen dafür im Einsatz.

In den letzten fünfzehn Jahren wuchs die Firma stetig. Die Infrastruktur wurde für die 75 Mitarbeiter zu eng. 2007 entschloss man sich zu einem Umbau. Das Bürogebäude wurde vergrössert und für die Mitarbeiter gab es einen grossen modernen Aufenthaltsraum mit neuen Garderoben, Duschen und WC.

Heute ist die „Albin Mühle, Transport AG“ ein so genanntes KMU mit 65 LKW’s, 90 Mitarbeiter und einem Jahresumsatz von 22 Millionen.